Watzmann Überschreitung

Die Watzmannüberschreitung gehört mit Sicherheit zu den besten Klettersteigen der Ostalpen und jeder begeisterte Bergsteiger sollte sie in seinem Tourenbuch stehen haben. Der Watzmann ist mit 2713 Metern das zweithöchste Gebirgsmassiv Deutschlands und hat drei Gipfel (Hocheck - Mittelspitze - Südspitze), die überschritten werden. Der Anstieg verläuft
meist im Bereich des fast drei Kilometer langen Grates, der vom Watzmannhaus bis zur Südspitze reicht. Im Osten lockt der Blick hinunter zum Königsee
nach St. Bartholomä und in die Ostwand (siehe Seite 32). Im Westen sieht man das lange Wimbachtal, das man beim Abstieg durchwandert und den mächtigen Hochkalter. Endlich am Gipfel tut sich ein fantastisches Panorama auf, welches sich vom Chiemsee bis zum Großglockner erstreckt. Eines sollte dem Begeher aber bewusst sein - die Tour ist anspruchsvoll und sehr, sehr lang! Gerade deshalb wird sie aber auch zum unvergesslichen Erlebnis.


Schwierigkeiten:

lange, anspruchsvolle Tour. Versicherte Stellen , aber auch viel (teilw.ausgesetztes) Gehgelände. Die Überschreitung ist nicht durchgehend mit Drahtseilen abgesichert; absolute Trittsicherheit ist daher erforderlich. Bei Nebel im Geröll des Oberen Schönfeldes schwierige Orientierung - bei Schnee heikel (Steigeisen, Leichtpickel). Einige kurze Passagen im Schwierigkeitsgrad l- und gesicherte Stellen (A). Teilweise erhebliche Steinschlaggefahr durch höher oben steigende Kletterer (Helm auflassen!) “Erhalter”: der Nationalpark Berchtesgaden kümmert sich um die Instandhaltung der Drahtseil-Sicherung.

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Klettersteigausrüstung

 

 

Ausrüstung:

Klettersteigausrüstung, Hochtourenbekleidung, Helm und genug zum Trinken.

 

 

Talort: Wimbachbrücke bei Ramsau Talort Höhe: 634 m
Stützpunkt: Watzmannhaus (1915m)




 

Anreise / Zufahrt:


A 8 (München – Salzburg) bis Ausfahrt Bad Reichenhall – über die B 20 und die B 305 zur Wimbachbrücke (Großparkplatz mit Parkscheinautomat) oder A8, Ausfahrt Traunstein/ Siegsdorf – auf der B 305 (Deutsche Alpenstraße) über Inzell – Schneizlreuth – Schwarzbachwacht – Ramsau/Wimbachbrücke.
Zustieg zum Stützpunkt: Dauer c. drei Stunden. Vom großen gebührenpflichtigen Parkplatz Wimbachbrücke (634 hm) südlich über den Wimbach – Forststraße in südlicher Richtung aufwärts – Abzweig
nach rechts (beschildert) – Stubenalm – Mitterkaser- Diensthütte – Mitterkaseralm (Sommerwirtschaft) – Steig zur Falzalm – Watzmannhaus
(1915 m) Infos unter Opens external link in new windowwww.watzmannhaus.de

 

Zustieg zur Wand:

Von der Wimbachbrücke zum Watzmannhaus (siehe Hüttenzustieg - ca. 3 Std.) vom Watzmannhaus auf dem Weg in Richtung Hocheck zu den ersten
Versicherungen (sog. Hochecksteig) - die Überschreitung “beginnt” in der Regel beim Watzmanhaus (und wird hier auch so beschrieben). Abstieg: (markiert, ganz leichte Kletterstellen bzw. tlw. versichert A): Von der Südspitze zuerst auf dem Grat in eine Scharte, dann durch eine Art Schlucht auf ein Schuttfeld. Danach weiter über eine neuerliche Steilstufe auf ein Wiesenstück, nach diesem
folgt eine ungute Sandrinne. Vor der letzten Steilstufe gibt es eine längere Querung, kurz auch ansteigend, danach erneut eine Rinne (Kette) in einem
Latschenfeld. Querend und absteigend erreicht man schlussendlich das große Schuttfeld (Ende der Schwierigkeiten). Jetzt beginnt der lange Weg
durchs Wimbachtal. Vorbei an der Wimbachgrieshütte (1326 m) und dem Wimbachschloß (937 m) erreicht man den Ausgangspunkt bei der Wimbachbrücke (634 m).

 



Gehzeiten:

Wimbachbrücke - Watzmannhaus: 3 - 3.30 Std./1280 hm
Watzmannhaus - Hocheck: 1.45 Std./736 hm
Hocheck - Südspitze: 2 - 2.30 Std./ca. 300 hm
Südspitze - Wimbachbrücke: 4.30 - 5 Std./2078 hm
Beste Jahreszeit: Juli, August, September, Oktober

 

Kartenmaterial:

F&B WKD 5, Berchtesgaden -
Bad Reichenhall - Königssee
ÖK Blatt 93, Berchtesgaden
Bayerisches Landesvermessungsamt UK 1,
Nationalpark Berchtesgaden (1:25.000)
Bayerisches Landesvermessungsamt UK L 4,
Berchtesgadener Alpen (1:50.000).



 

 

Tipps:

Tour nur bei bestem Wetter und schnee-/eisfreiem Fels unternehmen! Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und etwas Klettererfahrung sind notwendig. Längere Strecken Schwierigkeitsgrad l-, ansonsten Sicherungen. Vor allem auf stabiles Hochdruckwetter sollte geachtet werden, bei Gewittern hat es am Grat schon einige unschöne Unfälle gegeben