Wie fädelt man richtig um?
Diese Frage stellt sich jeder, der bislang nur an der Kunstwand geklettert hat. In der Halle hat man als Umlenker einen Umlenkkarabiner - am Fels ist es eher die Ausnahme. Zwar gibt es meist solide Umlenker, aber keinen Umlenkkarabiner, so dass man umfädeln muss. Viele Umlenker bestehen aus zwei Haken, durch die man jeweils durchfädeln muss. Aber gerade beim Fädeln macht man oft Fehler, die letztlich zu schweren Unfällen führen können. Davon sind auch routinierte Kletterer betroffen, bei denen sich gerne Leichtsinnsfehler einschleichen. Damit ihr immer auf der sicheren Seite seid, gibt es von der Alpinsportzentrale einen Tipp, wie man es richtig macht: Für die Selbstsicherung verwendet ihr eine 60 Zentimeter lange Bandschlinge. Diese wird per Ankerstich am Sicherungsring des Klettergurtes befestigt. In die Schlinge klippt man einen Schraubkarabiner.
Mögliche Fehler:
Keine zwei Expressschlingen verwenden, diese können sich aushängen. Auch das Benutzen von „Petzl Strings“, also Gummifixierung gegen Querbelastungen von Karabinern in Expressschlingen, kann zu Unfällen führen. Wird hierversehentlich einer der beiden Stränge der Schlinge beim Einhängen in den Fixpunkt verwendet, dann hängt der Kletterer nur noch am Gummi. Dieser hält der Belastung nicht stand und es kommt zum Absturz! Daher lieber denSelbstsicherungskarabiner mit einem Sackstich knapp abknoten.Seilkommandos beachten (wie bei Bild fünf und sechs beschrieben), damit wirklich keine Missverständnisse aufkommen.
Info:
Umfädeln ist auch dann erforderlich, wenn ihr in einer Tour nicht weiterkommt. Dann könnt ihr diese Umfädelmethode auch anwenden. Somit ist euer letzter Haken der Umlenker. Aber Achtung: Der Haken muss absolut sicher und ambesten geklebt oder betoniert sein, die Öse groß genug für Seil und Selbstsicherung. Zudem sollte sie aus Rundstahl bestehen und darf keine scharfen Kanten und Grate haben.
Obwohl dieser Bericht mit äußerster Sorgfalt erstellt wurde, wird für die Anwendung keine Haftung übernommen.