Vorsteiger sichern bei Mehrseillängentouren (Dummy Runner)
Die Sicherung des Nachsteigers ist einfach und sie erfolgt über den Zentralpunkt und in aller Regel mit einem alpinen Tuber (z.B. Five von Anlo Mountain, ATC Guide von Black Diamond oder Reverso von Petzl). Interessant wird es bei der Sicherung des Vorsteigers. Bei fraglichen Fixpunkten wird von einer Körpersicherung mit Dummy Runner am Standplatz abgeraten. (Damit der Kletternde dem Sichernden nicht unmittelbar in den Klettergurt stürzt, wird unmittelbar am Standplatz die erste Zwischensicherung eingehängt). Dies ist eine beliebte Methode um den Vorsteiger über Körper zu sichern. Mit dem Vorteil, eine komfortable, gut zu handhabende und dynamische Sicherung zu haben. Der Nachteil ist das auf die Zwischensicherung im Sturzfall die 2,5-fache Kraft einwirkt. Somit wird ein Fixpunkt des Standes im Sturzfall extrem belastet, zumindest bis die zweite Sicherung eingehängt ist. Da wir aber davon ausgehen, zwei solide Fixpunkte (Bohr- bzw. Klebehaken) zu haben, stellt dies bei Bohrhakenstandplätzen normalerweise kein Problem dar. Die zweite Möglichkeit ist, über den Zentralpunkt zu sichern. Das ist aber weniger komfortabel, auch stellt sich die Frage des geeigneten Sicherungsgerätes mehr als bei der Körpersicherung, und bei einem Sturz wirkt die Fixpunktsicherung.
Vorteil ist, dass für den Sicherer die Gefahr, zur Wand gerissen zu werden, geringer ist.
Fazit: Die einzig richtige Methode beim Aufbau von Standplätzen gibt es nicht. Wichtig ist, dass man das System und die Problematik versteht und dann das nötige Wissen mitbringt und situativ auf die Problemstellung anwenden kann.
Festigkeit von Bandschlingen mit Knoten
Nach einigen unerklärlichen Rissen von Schlingen unternahm die Sicherheitsforschung 2008 eine Versuchsreihe zur dynamischen Knotenfestigkeit. Diese haben gezeigt, dass die dynamische Festigkeit von Bandschlingen wesentlich geringer ist, als bisher angenommen. Bei Stürzen, egal ob am Standplatz oder an Zwischensicherungen, treten immer dynamische Belastungen auf. Die Normfestigkeit bezieht sich jedoch auf die statische Festigkeit im Neuzustand und ohne Knoten. Jeder Knoten reduziert die Festigkeit von Bändern und Reepschnüren. Die Festigkeit des Mastwurfs im Einzelstrang war bei allen Flachbandmaterialien bei dynamischer Belastung deutlich geringer als bei statischer und erreichte teils kritische Werte.
Werte:
08 mm Dynemaband – 5,3 kN
12 mm Mischgewebeband – 6,5 kN
19 mm Polyamidband – 6,7 kN Bei einem Standplatzsturz können Belastungen über 6kN auf den Standplatz einwirken. Faktoren wie Nässe und Alterung sind hier noch nicht berücksichtigt. Der früher gezeigte Aufbau der Reihenschaltung mit Sackstich und Mastwurf im Einzelstrang kann deshalb nicht mehr empfohlen werden. Besser ist der Aufbau mit Doppeltem Bulinknoten und Mastwurf. Ein Vorteil beim doppeltem Bulin ist auch, dass das Schlingenauge, in dem die Kameradensicherung hängt, gedoppelt ist. Die Sicherheitsforschung empfiehlt vernähte Bandschlingen zu verwenden, da liegt die Idee nahe für den Standplatz Schlingen zu konstruieren, bei denen ein abgenähtes Sicherungsauge einen Knoten unnötig macht. Mittlerweile gibt es von Anlo Mountain, Mammut und Edelried vorgefertigte Reihenschaltungsschlingen mit denen der Aufbau und die Sicherung einfacher und sicherer wird. Alle erfüllen die Europäische Norm für Bergsteigerausrüstung EN 566 und haben eine minimale Bruchlast von 22kN.