Schlafen Sie gut?

Schlaf gut! Diesen Wunsch sollte man unbedingt beherzigen, denn nur wer dem Körper in der Nacht die nötige Erholungsphase zukommen lässt, ist am nächsten Morgen wieder leistungsfähig. Für einen guten erholsamen Schlaf benötigt man drei Dinge: einen trockenen und geschützten Schlafplatz, eine bequeme Isomatte und einen passenden Schlafsack. Gerade letzterem sollte man viel Aufmerksamkeit schenken, stellt er doch unterwegs meist die einzige Möglichkeit dar, um sich zu wärmen und körperlich und geistig zu erholen.

Temperaturbereiche

Ist die Wärmeleistung des Schlafsacks nicht ausreichend, kann das unter Umständen lebensgefährlich werden, aber auch wenn es nicht so schlimm kommt: eine Nacht, die man vor Kälte zitternd im Schlafsack verbringt, gehört zu den weniger schönen Urlaubserinnerungen. Fürs Zelten im Garten muss es aber kein Expeditionsschlafsack für 1000 Euro sein, es gibt schon sehr gute Schlafsäcke um die 100 Euro. Damit unseren Kunden solche Erfahrungen erspart bleiben wählen wir mit ihm im Beratungsgespräch den auf ihn zugeschnittenen und für seinen Einsatzzweck und Geldbeutel passenden Schlafsack aus.


Komforttemperatur T comf (Frau)
Dieser Wert gibt für eine “Standard Frau” (25 Jahre, 60 kg, 1,60m), die in warmer Funktionsunterwäsche auf dem Rücken liegt, den Temperaturbereich an, wo sie gerade noch nicht friert.


Grenztemperatur T lim (Mann)
Dieser Wert gibt für einen “Standard Mann” (25 Jahre, 70kg, 173m), der in warmer Funktionsunterwäsche auf dem Rücken liegt, den Temperaturbereich an, wo er gerade noch nicht friert.


Extremtemperatur T ext (Frau)
Bei diesem Wert besteht für eine “normale Frau” das Risiko der starken Unterkühlung und Schlimmeres. Maximalwert (Höchsttemperatur) Einen solchen geben wir nicht an, da in der Realität der Schlafsack bei Überhitzung aufgemacht oder als Decke genutzt wird.

 

Maximalwert (Höchsttemperatur)
Einen solchen geben wir nicht an, da in der Realität der Schlafsack beiÜberhitzung aufgemacht oder als Decke genutzt wird.

 

Schlafsack-Typen

 

Sommer- und Campingschlafsäcke
Temperaturbereich: von +10°C bis +5°C
Eigenschaften: Wenn es keine allzu großen Anforderungen an Packmaß und Gewicht gibt, dann reicht ein guter Kunstfaserschlafsack aus. Diese gibt es schon unter 100 Euro.
Unser Tipp: z.B. “Firewalker” von Mountain Equipment

 

Drei-Jahreszeiten-Schlafsäcke
Temperaturbereich: zwischen 0°C und -10°C
Eigenschaften: Diese sind die idealen Allroundschlafsäcke. Viel hilft viel! Um einen solchen Temperaturbereich zu erreichen, bedarf es viel Füllmenge. Wer bei diesem Temperaturbereich trotzdem einen leichten und kleinen Schlafsack möchte, muss auf eine hochwertigere Füllfaser und eine ausgefeiltere Konstruktion zurückgreifen.
Unser Tipp: z.B. Glacier-Serie von Mountain Equipment


Hochleistungsschlafsäcke bzw. Extremschlafsäcke
Temperaturbereich: +5°C bis -40°C
Eigenschaften: Sind ideal für Expeditionen oder Touren, wo es auf kleinstes Gewicht und Packmaß ankommt. Hier werden nur beste Materialien, ausgefeiltere Konstruktionen und hochwertigste Verarbeitungstechniken eingesetzt.
Unser Tipp: z.B. “Everest” von Mountain Equipment

 

Tipps:


Wir empfehlen Personen, die leicht frieren und Kälte nicht gewohnt sind, mindestens einen 5°C wärmeren Schlafsack zu wählen als erforderlich.
Wenn der Schläfer nicht warm gegessen hat, keine warme Unterwäsche, Mütze trägt, krank oder von der Höhe gebeutelt ist, dann treffen dieNormtemperaturen auch nicht mehr zu.


Beim Labortest liegt der Dummy im Schlafsack auf dem Rücken und bewegt sich nicht. Durch das Körpergewicht wird die untere Isolation so gequetscht, dass diese nicht optimal isolieren kann, dies ist die Aufgabe der Schlafmatte.
Viele Schlafsäcke sind deshalb unten weniger isoliert, dies führt für aktive Dreh-Schläfer zu Problemen. Es gibt aber auch rundum gut isolierte Schlafsäcke.

Seit 2005 gibt es zudem eine neue Schlafsack Norm (EN 13537). Diese Norm legt vor allem die Angaben zu Temperaturen sowie Pack- und Innenmaß fest. Es ist nun möglich, die Angaben der unterschiedlichen Modelle und Hersteller miteinander zu vergleichen, jedoch sind die Labortests etwas praxisfremd.
Die Norm berücksichtigt auch nicht den “Chillfaktor”. Ein Schlafsack, der bei Windstille bis -5°C warm hält, isoliert bei leichtem Wind nur noch bis -2°C.
Abhilfe schaffen hier Modelle, die wind- und wasserdicht sind, wie z.B. das Drilite-Außenmaterial von Mountain Equipment.

Leider gibt es für Kinderschlafsäcke keine passenden Dummys, deshalb müssen wir bei der Temperaturbewertung für Kinderschlafsäcke auf unsere eigene Erfahrung zurückgreifen.

Deckenschlafsack
Kinderschlafsack Längenverstellung

 

Formen und Länge


Deckenschlafsack:

Sollten Packmaß, Gewicht und gute Isolation keine Rolle spielen, ist der Decken- oder Rechteckschlafsack eine gute Wahl. Er ist jedoch für kühlere Temperaturen nicht geeignet. Besonders im unteren Drittel ist zuviel Luftraum, der vom Körper nicht mehr erwärmt werden kann. Kalte Füße sind vorprogrammiert.


Mumienschlafsack:
Sie sind Hochleistungsmodelle und können geringes Packmaß und Gewicht bei hoher Wärmeleistung vereinen. Wer unter Platzangst leidet, sollte ein breiter geschnittenes Modell wählen.

Tipps:
Die meisten Schlafsäcke gibt es wahlweise mit Reißverschluss rechts oder links, somit kann man diese auch koppeln, was gerade bei frisch Verliebten sehr gefragt ist. Allerdings geht viel warme Luft verloren und es ist auch unbequemer. Für kräftigere Personen gibt es teilweise Erweiterungen, die man in den Reißverschluss einzippen kann.

Längen:
Gute Schlafsäcke gibt es in mehreren Längen. Nur so kann der Schlafsack den angegebenen Temperaturbereich erreichen. Ein zu großer Freiraum im Fußbereich sorgt für kalte Füße, da die Luft vom Körper aufwendig aufgeheizt werden muss. Auch auf überflüssiges Gewicht und Volumen kann man somit verzichten. Für Kinder gibt es Schlafsäcke, die mitwachsen, von Körpergröße
1,30 bis 1,70m. (Bild Deuter EXP Starlight)

Daune

 

Füllungen und Material


Daunen-Schlafsäcke:

Die Mutter Natur ist immer noch das Maß aller Dinge. Wenn minimales Gewicht und Packmaß gefragt sind, dann ist Daune zu bevorzugen. Außerdem verfügt diese über ein besseres Schlafklima und ist langlebiger. Daune ist allerdings feuchtigkeitsempfindlicher, dem kann man aber mit einem wasserdichten
Außenmaterial entgegenwirken.

Wie wird die Daunenqualität gemessen?
Am besten eignet sich dazu die Fillpowerangabe (Loft). 600+cuinch bedeutet: 1oz = 28,34g füllt ein Volumen von 600 Kubikzoll oder mehr - in unseremmetrischen System ausgedrückt: 1 Gramm Daunen der Qualität 600 füllen 0,35 Liter Volumen aus! Je höher der Wert bzw. der Loft, desto
besser die Daunenqualität. 500 cuinch ist gut, 600 cuinch aufwärts sehr gut. Das Beste, was wir im Programm haben, ist 800+ Fillpower (Mountain Equipment).

Kunstfaser-Schlafsäcke

Diese sind sehr gut für feuchte Regionen geeignet, da diese auch noch imfeuchten Zustand ordentlichwärmen. Auch der günstige Preis macht dieseFüllung interessant.Traumwerte in Bezug auf Packmaß, Gewicht undWärmeleistung sind nur mit Spitzenfüllungen möglich (Mischungsverhältnis 90/10Daune/Federn). Schlechte Daunenfüllungen haben gegenüberhochwertigen Kunstfaserschlafsäcken kein besseres Gewichts-/Wärmeverhältnis.

 

Die Konstruktion


Eine qualitativ hochwertige Füllung allein macht noch keinen guten Schlafsack aus. Egal ob Kunstfaser oder Daune, die Füllung muss fixiert sein, um eine gleichmäßige Isolierschicht zu gewährleisten. Gute Daunenschlafsäcke werden immer in Kammerverarbeitung produziert: Zwischen Innen- und Außengewebe werden Stege eingenäht, die dann Kammern bilden und die Daune fixieren.


Die Schindelkonstruktion ist die hochwertigste Kunstfaserkonstruktion.
Sie ist nur mit Endlosfasern möglich, dadurch entstehen kaum noch
Kältebrücken. Mit Stapelfasern kann man Schlafsäcke im Lagenverfahren
herstellen, diese sind auch gut und günstiger in der Herstellung.

Schindel
und Zwei- Lagenkonstruktion

Die wichtigsten Schlafsack- Details im Überblick


Klar, die Füllung ist wichtig, aber macht noch keinen guten Schlafsack aus. Dafür bedarf es noch einiger wichtiger Details. Nur so hält der Schlafsack richtig warm...

 

Fußteil
Es gibt Exemplare,die das Fußteil mit Extrafüllmaterial
und Extrakammer
aufgebessert haben. Ferner sollten Sie auch
auf die Länge des Schlafsackes achten. Im Idealfall
sollten die Zehen den Endpunkt des Schlafesackes
gerade noch nicht
berühren. Im Zweifel kaufen sie daher lieber einen, der noch mehr
Bodenfreiheit hat und stopfen dann den Fußteil im Einsatz mit etwas
Kleidung aus.

Abdeckleiste
Sie sorgt dafür, dass insbesondere
beim Reißverschluss keine Zugluft
auftreten kann. Darüber hinaus vehindern Antiklemmleisten oder Absteppungen, dass sich derReißverschlussschieber verfängt. Doch Achtung: Ist die Abdeckleiste
zu breit und fest, isoliert sie nicht mehr richtig, da die beidenStoffschichten nicht mehr sauber aufeinanderliegen.

Schlafsackform
Als erstes einmal: Der Schlafsck muss passen, genauso, als würden sie
sich eine Jacke kaufen. Ist er nämlich zu groß,
kann man das Innere nicht richtig wärmen. Ist er zu klein, fühlt man
sich beengt und gar nicht wohl. Zudem wird durch die Extremitäten das
Füllmaterial zusammengedrückt,
sodass dort
Kältebrücken entstehen können. Daher sollte man mehrere Modelle
und Größen probieren.

Kapuze
Über den Kopf wird die meiste Wärme des Körpersabgegeben. Ensprechend muss er gut isoliert sein, damit de Schlafsack die volleWärmeleistung
bringt. Daher sollte die Kapuze gut
prall gefüllt sein und sehr genau passen. Tipp: Kopf
muss vollständig eingeschlossen
sein, darf aber
nirgends drücken.


Wärmekragen
Er verhindert unter anderem, dass warme Luft aus dem Schlafsack herausströmt. Beim Zuziehen darf er aber nicht drücken

 

 

 

Pflege des Schlafsacks


Nach jedem Gebrauch gründlich lüften. Schlafsack nur waschen, wenn es absolut notwendig ist. Jedes Waschen reduziert die Isolierung. Ein Inlett erhöht die Lebensdauer.


Synthetik:
Waschen in der Waschmaschine oder Handwäsche (nicht wringen).
Waschmaschine mit mindestens 5 kg Trockeneinfüllgewicht - verwenden.
Kleinere Apparate können zu Problemen führen (Handwäsche).
Programm mit Schongang benützen.
Am besten spezielle Waschmittel verwenden, zur Not geht auch wenig flüssiges Feinwaschmittel. Gut spülen (mehrfach spülen ODER Waschprogramm OHNE Waschmittelzugabe wiederholen) Einzelne Flecken lassen sich meist mit Schwamm und lauwarmen Seifenwasser entfernen.
Trocknen, bei 30°C (niederste Stufe) im min. 7 kg / Abluft-Trockenautomat,
oder flach ausgebreitet trocknen! Nicht auswringen! Nicht aufhängen.
Schlafsack so offen wie möglich aufbewahren, z.B. hängend oder lose zusammengelegt.


Daune:
Waschen in der Waschmaschine oder noch besser, in der Badewanne.
Nicht schleudern! Nicht wringen!
Nur spezielles Daunenwaschmittel verwenden z.B. Daun Wash von Toko.
Ansonsten alles wie bei Synthetik.