Klettern in Nord Spanien: Siurana, Margalef, Montsant 
Spanien im Frühjahr lässt Plastikgriffe schnell vergessen und die Skitourensaison ruhigen Gewissens beenden. Besonders angetan hatten uns die letzten Jahre (2007/8/9) Gebiete nördlich von Tarragona: vorallem Siurana, Margalef und Montsant. Eine Unterkunft, Mietwagen und Flug sind schnell und bezahlbar gefunden. Zielflughafen ist Barcelona. Die meisten Flüge steuern den Flughafen Barcelona/El Prat an (ca. 2,5 Stunden Fahrzeit bis Siurana). Ryanair fliegt ab Frankfurt/Hahn den kleinen Flughafen Barcelona/Reus an (ca. 45 min. Fahrzeit bis Siurana). Natürlich kann man auch trampen oder sich nach Busverbindungen erkundigen. Unterkunftsmöglichkeiten gibt es in Cornudella de Montsant (Appartements), Siurana (Appartements, Campingplatz mit Holzhütten und Lager, Refugio) und Margalef (Refugio). Fahrzeiten von Cornudella als zentralem Ort betragen 15 min. nach Siurana, 25 min. nach Montsant und 45 min. nach Margalef. Wer vorallem in Siurana als internationalem Topgebiet klettern will, sollte dort sein Lager aufschlagen. Alle Felsen sind zu Fuß zu erreichen (2-30 min.). Bei Toni Arbones, dem Haupterschließer Siuranas und Betreiber des Campingplatzes und Refugios sind viele Informationen zu erhalten. Vorallem handgezeichnete Topos (der „aktuelle“ Führer ist aus 2002). Seine Bar ist Treffpunkt der Kletterszene und man kann hier auch ganz ordentlich essen.
Die Felsen in Siurana finden sich in allen Himmelsrichtungen, so dass wahlweise im Schatten oder in der Sonne geklettert werden kann. Das trifft auch für Margalef zu (Zustieg 2-20 min.). Montsant dagegen ist vorwiegend südseitig ausgerichtet. Da es höher liegt bläst zumindest im Frühjahr ein angenehmes Lüftchen (Zustieg je nach Sektor 30-60 min.).
Zu Margalef ist ein kleiner Führer im Refugio des Örtchen Margalef zu erhalten, zu Montsant ist 2/2009 ein brandaktueller Führer erschienen. Erhältlich im Klettershop von Cornudella.
Die Kletterei in Siurana ist sehr technisch und ausdauernd an Kalk, mit vorwiegend Leisten und Löchern. Routen finden sich ab 6a aufwärts, viel Auswahl hat man ab 6c/7a und darüber. Insgesamt gibt es ca. 40 Sektoren die keine Wünsche offenlassen. Die Landschaft ist sehr vielseitig und beeindruckend.
In Margalef handelt es sich um steiles Konglomeratgestein, auch wenn es aus der Entfernung wie Kalk aussieht. Das Gestein weist sehr viele Löcher auf, so dass die Kletterei fast dem Frankenjura ähnelt. Es gibt Routen ab 6a aufwärts. Sie sind eher kurz und bei höheren Schwierigkeiten ist Maximalkraft und Ausdauer gefragt.
Montsant ist ebenso wie Margalef ein kommendes Topgebiet, das sich zunehmender Beliebtheit erfreut. Der neue Führer weist ca. 500 Touren in verschiedenen Sektoren ab 5c aufwärts aus. Die Routen sind größtenteils sehr lang und man klettert an Löchern und flachen Dellen.
An Ruhetagen bietet sich eine Fahrt ans Meer an, z.B. Tarragona, oder schlicht abhängen in der wunderschönen Natur. Einfache Lebensmittel erhält man in Cornudella, für Großeinkäufe gibt es Supermärkte in Reus oder Tarragona. Ansonsten wird es wegen der Leute die man in Siurana trifft nie langweilig. Viele Weltreisende auf Klettertrip verweilen hier auf ungewisse Zeit.
Nachwievor zieht die hohe Dichte an High End Routen bis 9a+/9b zur „kalten“ Jahreszeit internationale Topleute an. Apropos Jahreszeit: Als Leistungsfreak kann man sicher auch im Januar/Februar anreisen, dann aber besser mit Unterkunft. Nachts ist es kalt und ab und zu fällt sogar Schnee. Bei Sonne kann man trotzdem an Südwänden im Shirt klettern. Auf der sicheren Seite ist man jedenfalls im März-Mai. Im März wird es südseitig manchmal sogar schon zu warm zum Klettern. Soweit ein paar Infos ohne Gewähr. Und hier noch ein paar Bilder .......... Spanien wir kommen wieder.
Text: Peter (30.03.2009)
Fotos: Matthias, Thomas, Martha, Gerd, Volker, Dirk, Jan, Kathi