 - Massouri Basecamp auf Kalymnos
 - Klettern in der Grande Grotta
Klettern auf Kalymnos
Oktober: Es hat trockene 27 Grad Lufttemperatur und das glasklare, türkise Wasser hat 23 Grad. Der Wind weht einem immer wieder den sanften Duft von Thymian in die Nase. Wie fleißige Bienen knattern Roller durch einen kleinen Ort am Meer, die Fahrer haben Rucksäcke auf dem Rücken aus denen Seile hängen. In den weiß-blau getünchten Szenekneipen sitzen Leute aus aller Herren Länder mit bunten, bequemen Klamotten und unterhalten sich sehr angeregt, dabei gestikulieren sie mit den Händen in der Luft. Am Strand findet man auffällig viele Leute mit Waschbrettbäuchen, die ebenfalls große Rucksäcke mit sich führen und so einige von Ihnen machen Dehnübungen. Die Besitzer der Restaurants, Hotels, Mietroller und die Supermarktinhaber machen zufriedene Gesichter. Die Felswände oberhalb der Küste sind gespickt mit Kletterern. Wir sind im Arco der Ägäis, beziehungsweise in Griechenland. Genauer gesagt auf der Insel Kalymnos. Diese Insel ist zurzeit einer der bekanntesten und beliebtesten Kletterhotspots der Welt.  - Warten auf die Fähre im Hafen von Kos
 - Pothia die Hauptstadt von Kalymnos
 - Naturschwämme früher Haupteinnahmequelle
Urlaubsvorbereitungen:
Drei Tage noch, dann haben wir endlich Urlaub, wir möchten nach Frankreich und anschließend nach Spanien zum Klettern. Ich checke den Wetterbericht für die nächsten 16 Tage für diese Ecken aber was ich da sehe macht mich ganz und gar nicht froh. Was jetzt? Nach weiteren, intensiveren Wetterrecherchen entscheiden wir uns kurzfristig nach Kalymnos zu reisen. Jetzt heißt es aber Gas geben. Ich mache mich über das Klettergebiet und andere Freizeitbeschäftigungen in dieser Gegend schlau. Bestelle alles an Kletterführern was ich auftreiben kann. Krame aus meinem Kletterzeitschriftenarchiv alte Ausgaben mit Infos über Klettern in Griechenland heraus. Buche einen Flug und mache mich über die Weiterreise per Taxi, Fähre und Bus von Kos nach Kalymnos schlau. Da wir am Ende des Urlaubs noch auf Kos bouldern wollen benötigen wir auch hier noch eine Unterkunft.
Anreise
Der Flug von zweieinhalb Stunden von München nach Kos war kurzweilig und der Unmut über die 68 Euro Sperrgepäck für unser Crashpad war rasch verflogen. Als wir im Taxi, welches uns in 10 Minuten vom Flug zum Fährhafen gebracht hat, auf die Uhr geschaut hatten, ist uns aufgefallen das wir eine Stunde Zeitverschiebung haben. Die Fähre nach Kalymnos benötigt knapp eine Stunde. Auf der Fähre fällt uns ein spanisches Pärchen auf. Er hat ein keckes sportives Haarschwänzchen, welches seitlich aus seinem Nackenhaaransatz wächst und sie für eine Frau ein sehr breites Kreuz. Sofort kombinieren wir! Spanier + Top Klettergebiete zuhause + individuelles Aussehen = bestimmt unheimlich starke Kletterer! Es dauert nicht lange, dann sprechen sie uns auf unser auffälliges Crashpad an und fragen ob wir uns zur Weiterreise von Pothia nach Massouri ein Taxi teilen möchten. Dankbar willigen wir ein, stellen aber fest dass es eine günstige Busverbindung nach Massouri gibt. Während der Busfahrt entwickelt sich ein sehr netter Plausch und uns sind die beiden sympathisch. In Massouri angekommen machen wir es uns zum Ziel gemeinsam mal Klettern zu gehen. Da wir aber nicht in den gleichen Studios untergebracht sind, trennen sich hier unsere Wege. Wir schleifen unser Gepäck und das sperrige Crashpad zu unserem Studio. Wer hatte übrigens die hirnrissige Idee ein solch sperriges Gepäckstück mitzunehmen? Am Panos Studio angekommen empfängt uns ein alter, herzlicher Mann. Wir kommunizieren mit Händen und Füßen, da wir sprachlich nicht so recht auf einen gemeinsamen Nenner kommen. Das Studio verfügt über ein kleines Bad mit Dusche und WC und einem größeren Schlafzimmer welches eine sehr spartanische Kochnische beinhaltet. Der Balkon bietet eine traumhafte Aussicht auf Telendos (kleinere Nachbarinsel), wie uns der alte Mann zu verstehen gibt. Nebenbei zeigt er uns ganz stolz eine abgegriffene Zeitschrift wo unser Balkon und die Aussicht abgebildet sind. Das Zimmer kostet für beide Personen zwanzig Euro, was in Ordnung dafür ist. Nachdem wir unser Gepäck einigermaßen verstaut haben und uns mit Hilfe unseres Balkons einen Überblick über die Gegend verschafft haben, gehen wir noch ein wenig an den Strand.  - rechts Sektor Panorama und links Grande Grotta
 - Wegweiser am Straßenabzweig
Panorama Für den ersten Felskontakt auf Kalymnos haben wir uns den Sektor Panorama auserkoren, denn dieser ist sehr Zentral gelegen. Hier möchte ich mir einen ersten Eindruck von der Kletterei verschaffen und vor allem einen Überblick über das Klettergebiet. Links von Panorama befindet sich die eindrucksvollen Grande Grotta und noch weiter links der Sektor Afternoon und Spartacus. Weiter rechts Kalydna, Iannis, Poets und Zeus. Panorama bietet eine große Auswahl an Touren von 6b+ bis 8a+ und man hat sowohl steile, ausdauernde Sinterkletterei als auch kleingriffigere Loch- und Leistenkletterei an dunkelgrauem Fels. Um 13:00 Uhr gehen wir zum Strand, da die Sonne in die Wand kommt. Nachdem wir unsere Vorräte in einem der vielen kleinen Minisupermärkte aufgefüllt haben, machen wir uns ein leckeres Abendessen und genieße den traumhaften Sonnenuntergang. Zu unserem Studio müssen wir zwar immer bergauf und bergab laufen, der Sonnenuntergang entschädigt diese Mühen aber allemal.
 - links Spartakus und rechts Afternoon
 - Sektor Spartakus
Spartacus
Wir sind anscheinend eine der wenigen die für die näheren Felsen keinen Roller gemietet haben aber ich empfinde dies für die 20 Minuten einfache Wegstrecke unnötig. Ich bin da aber mit meiner Frau uneinig. Nach der Akklimatisationsphase möchte ich heute so richtig loslegen.Für dieses Vorhaben haben wir uns den Sektor Spartakus auserkoren, da dieser sehr athletische, großgriffige und ausdauernde Kletterei im Schwierigkeitslevel 6b bis 8a bietet und für meinen Geschmack aber nicht zu steil ist. Und ein ganz wichtiger Punkt: die Wand ist fast den ganzen Tag im Schatten, somit hat man keinen Zeitdruck und bei warmen Tagen auch gute Bedingungen! Da ich nicht der einzige bin der den Kletterführer lesen kann, ist an diesem Sektor leider sehr viel Betrieb und viele der Touren sind schon sehr abgegriffen. Nachdem hier so viel los ist machen wir nur zwei Warmmachtouren und gehen dann gleich in den Spartakus, die Tour sieht gut aus und wenn der Sektor schon so heißt sollte die Tour ja lohnend sein. Obwohl die Tour keine sehr schwierigen Einzelstellen hat muss ich mich beim ersten Versuch hineinsetzen, da sie doch pumpig ist und ich mich noch nicht so richtig an diese Kletterei gewöhnt habe. Im zweiten klappt es dann aber prima. Tolle Tour!Aber auch alle anderen Touren die wir hier geklettert haben waren super und wir haben fast alle geklettert. Nach einem traumhaften Klettertag und ordentlich dicken Unterarmen marschieren wir zufrieden Richtung Studio, da kommen uns Lucky und Montse in bester Laune mit einem geliehenen Roller entgegen. Irgendwie hatten wir uns nach der Anreise aus den Augen verloren. Nach einem kurzen Plausch verabreden wir uns für den nächsten Tag am Sektor Spartakus, da wir so geschwärmt haben und die beiden den Felsen auch schon im Visier hatten. Mit den beiden macht das Klettern richtig Spaß, wir verstehen uns sehr gut, auch wenn die Kommunikation auf Englisch für uns Männer anstrengend ist. Da wir zu viert sind können wir viele schöne Bilder machen. Am Abend gehen wir noch ein paar Cocktails in einer der Szenekneipen heben. Die Getränke lösen zwar meine Zunge aber die Qualität scheint darunter zu leiden, da mir Lucky am nächsten Tag sagt er könne mich heute wesentlich besser verstehen als am gestrigen Abend. Odyssey
Dieser Felsen ist einer der ersten an denen geklettert wurde und ist immer noch einer der Hauptsektoren von Kalymnos. Das liegt an der bequemen Erreichbarkeit, dem große Routenspektrum zwischen 4c und 8c und daran dass die meisten Touren den größten Teil des Tages im Schatten sind. Leider sind viele Touren schon sehr gezeichnet von der starken Frequentierung.
Beim abendlichen Kletterführerschmökern ist mir die Tour Marci Mark 7c+ ins Auge gestochen. Am nächsten Tag nach dem warmklettern probiere ich diese auch sofort. Ich konnte die Tour auf Anhieb mit drei Pausen Klettern aber ich merke schnell dass diese Tour ein echtes Ausdauerbrett ist und für mich nicht an einem Tag zu knacken ist. Aber es gibt ja noch viele andere lohnende Touren die an einem Tag hergehen. Wir machen uns dann auch so richtig Platt, da wir für den nächsten Tag einen Ruhetag geplant haben. Wir haben diesem Felsen noch einen zweiten Besuch abgestattet da er uns trotz Speck gut gefallen hat.  - Marci Marc 7c+ 30m
 - Schlüsselstelle von Marci Marc
 - Pumpiger Ausstieg

 - Klettern mit traumhaftem Blick auf das Meer
Ileada
Ist ein neuer, sehr lohnender Felsen der Remy Brüder der oberhalb von Odyssey liegt. Uns hat dieses Stück Fels viel Spaß verschafft, die Touren sind durchwegs sehr schön und nicht abgegriffen. Leider kommt nachmittags die Sonne in die Wand. Schon beim hinlaufen habe ich den Kopf tief in den Nacken gelegt, da mir eine sehr beeindruckende Linie aufgefallen ist. Nach einem kurzen Blick in den Kletterführer ist klar, Mythologie 7c, 35 Meter, ist nach dem warmklettern das erste Ziel. Mein Instinkt hat mich nicht getäuscht die Tour ist ein Traum, Wandkletterei mit interessanten Bewegungen vom feinsten, so wie ich es mag und einfach eine beeindruckende Linie. Da Babsi diese auch probiert und mir diese so gut gefallen hat klettere ich die Tour gleich dreimal.  In der Nachbartour klettert ein sehr nettes Pärchen aus Stuttgart, Winni und Jana. Sie versuchen die Tour Thetida 7c. Diese sieht zwar nicht ganz so gut aus, ist aber wenn man drin ist auch eine wunderschöne Tour. Winni geht auf die fünfzig zu hat aber einen Oberkörper da wird so manch Zwanzigjähriger neidisch. Ich würde Ihm sofort die Hauptrolle in einem Herkulesfilm geben. Für Monze und Lucki ist dies der letzte Klettertag denn sie reisen morgen ab. Wir haben den Abschied am Abend gebührend gefeiert und uns fest vorgenommen das wir uns gegenseitig besuchen.
 - Grande Grotta
 - Räuberische Ziege
Grande Grotta Das Wahrzeichen von Kalymnos direkt oberhalb von Masouri. Die Grotte ist nicht nur wegen ihrer gewaltigen Dimensionen (50 Meter hoch) sondern auch wegen den unzähligen und riesigen Sintern die von der Decke ragen so spektakulär. Bis dato habe ich einen Bogen um die Grotte gemacht, da ich mir nicht sicher war ob mir diese Art der Kletterei gefällt und entgegen kommt aber ich habe beschlossen das ich mich auch mal in dieser bizarren Grotte versuchen will, um zumindest mitreden zu können. Aegialis 7c 30m ist angeblich die am meisten fotografierte Sportkletterroute der Welt. Besonders am Abend kann man hier wunderschöne Sonnenuntergangkletterbilder machen. Leider wird die Tour nicht kalt und ich beschließe die Nachbartour Zawi Nul Syndicate 7c+ zu versuchen. Die Kletterei ist absolut eigen, spektakulär und irgendwie 3D mäßig, da man auch nach hinten schauen muss ob es nicht vielleicht einen Sinter gibt wo man ausspreizen kann. Ich kann sofort jede Stelle gut klettern, habe aber viele Pausen gemacht. Mir hat die Optik aber auch ein wenig den Schneid abgekauft. Um die Tour klettern zu können muss ich gut taktieren, jeden Ruhepunkt optimal nutzen und über schwere Passagen zügig hinweg klettern und kämpfen bis die Unterarme platzen. Im zweiten Versuch klappt es dann schon recht gut im dritten ist dann meine Batterie lehr. Die Tour abzubauen ist nicht so einfach und genauso anstrengend wie diese hochzuklettern. Am nächsten Tag wage ich einen neuen Versuch, scheitere aber erneut. Frustriert lege ich eine ausgedehnte Pause ein. Dann trägt eine Ziege zu meiner Aufheiterung bei, denn diese ausgesprochen dicke Ziege plündert die Rucksäcke der Kletterer! Ihre bevorzugte Beute sind Bananen. Auf Vertreibungsversuche reagiert Sie äußerst aggressiv und attackierte die Rucksackbesitzer sehr hart mit ihren Hörnern. Mittlerweile ist es sehr heiß geworden und ich muss wieder einsteigen. Wie durch ein Wunder kann ich die Tour Klettern, hatte am Umlenker angekommen aber Arme wie Poppey und die letzten Meter waren ein Kampf. Was Wille bewirken kann. Überglücklich versuche ich auch noch die Aerials aber ich habe keinen Dampf mehr, die Akkus sind mehr als leer. Obwohl ich so skeptisch war hat mir die Kletterei sehr gut gefallen, ist aber sehr, wirklich sehr gewöhnungsbedürftig, wo hat man denn schon so eine 3D-Kletterei.  - im linken Teil gibt es Genusskletterei
 - im Mittelteil findet man anspruchsvolle Touren
Arhi Für diesen Sektor benötigen wir jetzt wirklich einen Roller. Wir klappern so ziemlich jeden Rollerverleiher ab haben aber kein Glück, alle Verleiher sind ausgebucht. Erst wieder in zwei Tagen sind Roller zu bekommen, deshalb lassen wir uns einen reservieren und gehen am nächsten Tag nochmals nach Ileada und den Tag darauf an den Beach. Babsi klopft mir mit der Hand auf den Bauch, da ich ihrer Meinung nach viel zu schnell fahre, die Helme schon bessere Zeiten gesehen haben, ihrer viel zu groß ist, wir nur kurze Hosen an haben, Babsi einen Rucksack auf dem Rücken hat und ich einen zwischen den Beinen stehen habe. Jetzt haben wir auch endlich so einen schicken Roller. Rollerfahren macht wirklich großen Spaß, dennoch kann der sportliche Sparfuchs die zwanzig Minuten auch laufen. Arhi ist eine der Hauptwände auf Kalymnos. Es zählt zu den ältesten und beliebtesten Sektoren. Im linken und rechten Wandteil gibt es genüssliche Plattenkletterei im fünften und sechsten Franzosengrad und in der Mitte steile und härtere Touren bis 8b. Mir hat die Tour Eros 7b+ und Barbara 7a+ extrem gut gefallen.
 - Goast Kitchen von der Straße
 - Goast Kitchen von der Nähe
The Goast Kitchen Wir sind bester Laune, der warme Fahrtwind bläst uns ins Gesicht und ich ignoriere die Schläge in meine Magengegend so gut es geht, die so ab 70 km/h auf meinen Bauch einprasseln. Wir lassen Arhi rechts liegen und brausen zur Goast Kitchen. Diese ist ca. 6 km nördlich von Masouri und schon von der Straße aus beeindruckt diese mächtige Wand mit ihren irren Strukturen, wo die Sinter geradezu waagrecht aus der Wand wachsen. Die Schwierigkeiten im spacigen Mittelteil bewegen sich zwischen 6c und 7b. Links und rechts davon gibt es sehr viele, absolut lohnende kleingriffigere Wandklettereien mit Schwierigkeiten zwischen 5b und 6c, die meisten davon neueren Ursprungs und somit noch sehr rau. Für uns ist dieser Fels wie eine Kuhweide, denn wir grasen den Fels regelrecht ab, zuerst den steilen Mittelteil mit seinen coolen No-Hand-Rests und Spacigen Kletterbewegungen und dann die wunderschönen Genusstouren im linken Teil, nur den rechten Teil mit seinen leichteren Touren müssen wir auslassen. Uns ist nämlich eine kleine Bucht unterhalb der Straße aufgefallen wo wir noch etwas Schwimmen wollen. Der steinige und stachelige Abstieg lohnt sich, da die Bucht wunderschön ist und wir die einzigen Besucher sind. Erst bei Dämmerung treten wir den Rückweg an. An diesem Abend wird ausnahmsweise nicht selber gekocht, sondern wir lassen den schönen Tag mit einer extrem leckeren und fürstlichen Fischplatte ausklingen, ist ja schließlich unser dritter Hochzeitstag!!!   - Wie James Bond spinge ich aus dem Meer
Ruhetag Wir müssen den vielen Klettermetern von gestern Tribut zollen und legen einen Ruhetag ein, da wir nächsten Tag den Roller zurück geben müssen, machen wir einen Rollerausflug nach Vathi, wo wir uns den netten kleinen Fischerhafen anschauen und leckere Küchle von einem Straßenstand verkosten. Danach fahren wir weiter zur Sikati Cave, diese ist auf der Nordostseite der Insel in der Nähe der kleinen Ortschaft Palonisos. Sikati Cave ist eine gigantische Karsthöhle, gesäumt von Stalaktiten und Tuffsteinfahnen. Großes Plus: Der Sektor liegt Großteils im Schatten. Wir Klettern aber nicht sonder schauen nur und gehen zu einer wunderschöne und vor allem einsame Kiesbucht mit glasklarem Wasser die sich in der Nähe befindet. Film über Sikati Cave : Ketterfilm Sikati Cave
 - Die Banidos mi ihrem heißen Ofen
 - Lecker Schmalzringe mit Honig
 - Jannis von der Ferne
 - Jannis von nahem
Iannis Wir sind jetzt wieder mit Schusters Rappen unterwegs was meiner Frau überhaupt nicht zusagt. Ich muss ganz ehrlich zugeben man gewöhnt sich sehr schnell an den Komfort von so einem Gefährt. Ich habe den Sektor Iannis ausgesucht, da dieser gut zu erreichen ist und mir schon ein paarmal ins Auge gestochen ist. Der Fels hält was er verspricht. Die schweren Touren im Mittelteil sind sehr gut, besonders positiv haben mich aber die neuen Touren rechts davon.
Afternoon
Zum Ausklingen des Aufenthalts auf Kalymnos gehen wir zum Sektor Afternoon. Dieser ist ein sehr beliebter Spot für Routen im unteren und mittleren Schwierigkeitsbereich 4a bis 6c. Im zweiten Stock gibt es aber auch etwas herzhafteres. Dinosaur Junior 7b 30m und Beta 7b+ 35m. Die Touren sind im Gegensatz zu den Touren im Erdgeschoss rau und sehr schön, leider sind die Gewindestangen der Laschen schon sehr verrostet! Auch diese Wand bekommt erst spät am Nachmittag Sonne. Der Abschied fällt uns relativ leicht, da wir uns ja noch auf einen Bouldertag auf Kos freuen können.
Alle Informationen zu Klettern auf Kalymnos:
Allgemein:
1979 entdeckte der italienische Sportkletterer Andrea di Bari als erster das Felspotential von Kalymnos und begann mit der Erschließung. Die kleine dodekanische Insel gehört zu Griechenland und liegt in der Ägäis unmittelbar neben der belieben Urlaubsinsel Kos und in Sichtweite zur Türkei. Nach einigen internationalen Klettertreffen und großangelegten Routenerschließungsaktionen ist die Routenanzahl in dieser kurzen Zeit auf weit über 1000 gewachsen. Dabei gibt es Touren in allen Schwierigkeitsgraden, der Großteil der Touren ist im fünften und sechsten Franzosengrad, wobei es auch für Genusskletterer und Hardmover mehr als genügend zu Klettern gibt. Aufgrund der schönen Kombination aus Baden, Relaxen, Klettern und der Förderung welche die Erschließer erfahren haben, hat sich Kalymnos zu einem der beliebtesten Klettergebiete der Welt gemausert. Potenziellen Erschließern wird von der „Municipal Athletic Organisation“ eine Bohrmaschine und Hacken zur Verfügung gestellt. | Anreise:
Kalymos hat seit 2006 einen eigenen Flughaben, da es aber keine Direktflüge gibt, fliegen die meisten auf die Urlaubsinsel Kos und von dort mit dem Taxi (ca. 12 Euro) die sieben Kilometer zum Hafenort Mastichari. Hier verkehren regelmäßig Fähren nach Kalymnos. Fahrpläne: http://www.gtp.gr/ Alternativ kann man auch über Athen fliegen und von dort nach Kos oder direkt nach Kalymnos. Manche reisen auch mit dem eigenen Auto per Fähre an. Mit der Fähre kommt man in Pothia an. Dies ist aber kein gutes Basecamp. Besser ist es mit dem Bus (1,5 Euro) der ca. alle zwei Stunden fährt nach Massouri zu fahren oder mit dem Taxi (ca. 20 Euro). Von Massouri sind die meisten Felsen zu Fuß gut zu erreichen. Für die weiter entfernten Felsen kann man Roller mieten (ca. 10 Euro am Tag). | Übernachtung:
Am besten übernachtet man in Studios, dies sind kleine, preiswerte Ferienwohnungen mit meist zwei bis drei Betten, Kochnische und Bad (ca. 20 bis 35 Euro). Am besten kümmert man sich rechtzeitig um diese und bucht sie per Internet im Voraus. Viele Studios finden sich unter: www.kalymnos-isl.gr Einen Campingplatz gibt es nicht und wildes Campen ist verboten. | Beste Jahreszeit:
Eine gute Reisezeit ist von Mitte September bis Ende November, dann ist das Meer noch warm und die Temperaturen zum Klettern erträglich. Die meisten Felsen sind bis 14 Uhr oder auch länger im Schatten, dennoch sind manche Tage im Sommer sehr heiß zum Klettern aber im Schatten oft möglich. Im Winter kann es oft zu kalt sein. Von März bis Mai herrschen normalerweise gute Bedingungen. | Lebensmittel:
Während der Saison haben kleine, aber leider teure Lebensmittelläden geöffnet. | Wasser:
Trinkwasser gibt es in den Lebensmittelläden oder in mehreren Brunnen in Massouri, welche leider oft trocken sind. Leitungswasser ist zum Trinken ungeeignet. | Kletterführer:
Kalymnos von Aris Theodoropoulos oder Hellas von Karsten Oelze im Tmmsverlag erschienen |
Bouldern auf Kos, Bouldern in Griechenland  - Schildkröte oder Boulderermaus?
Da man sowieso über Kos an und abreist und wir unser sperriges Crashpad nicht umsonst herumgeschleift haben wollen, bietet es sich an, dem dortigen Bouldergebiet einen Besuch abzustatten. Am besten übernachtet man in einem der Hotels der Touristenstadt Kardamena, das Bouldergebiet ist nur drei Kilometer östlich von Kardamena. Lange Fahrten per Roller mit einem segelartigen Crashpad auf dem Rücken sind sehr unbequem. Die Granitblöcke mit Blick aufs Meer landschaftlich sehr schön gelegen. Durch die südseitige Ausrichtung empfiehlt sich ein Besuch in den kühleren Jahreszeiten. Die Höhe der Boulder ist sehr unterschiedlich, von Körpergröße bis hin zu welchen die einem graue Haare bescheren. Einige besonders hohe Blöcke wurden mit Umlenkhacken versehen. An den Granitblöcken dominiert Leisten- und Sloperkletterei. An Neigungen gibt es alles von der Platte bis zum Überhang. Zurzeit sind es über 200 Probleme von Fb 2b bis Fb 7c+. Alle Probleme sind mit roten Pfeilen markiert und die Startgriffe teilweise mit roten Punkten. Es gibt auch einen gelb markierten Parcour. Das Absprunggelände ist meist gut. Ein Crashpad ist zu empfehlen. Leider muss es selbst mitgebracht werden, da auf Kos keines zu leihen ist. Es ist ratsam sich im Vorfeld bei den Fluggesellschaften über die Transportbedingungen zu informieren. Diese können stark abweichen. Normalerweise bekommt man die Infos auf den Homepages der Fluggesellschaften. Anfahrt: Vom Flughafen Kos nach Kardamena. Linkshaltend auf der Hauptstraße durch den Ort und ungefähr zwei Kilometer nach dem Ortsende rechts abbiegen in Richtung Norida Beach Hotel. Etwa 200 Meter nach einer Kart-Race-Bahn links auf einen sandigen Feldweg abbiegen. Leicht linkshaltend den Wegspuren folgen circa 300 Meter bis zu den ersten Blöcken. | Kletterführer: Hellas von Karsten Oelze im tmms Verlag erschienen oder Olympic Blocs von Karsten Oelze im Gebroverlag erschienen |
 - Übersicht Bouldern Kos
 - Granitblöcke von Kos
 - Bouldern Griechenland
|