8000 Kilometer weit,
8000 Meter hoch - Gasherbrum II bei Sonnenaufgang
In sechs Monaten von Augsburg bis auf den Gipfel des 8037Meter hohen Gasherbrum II im Karakorum (Pakistan) - aus eigener Kraft! Nur ein einziger Mensch hat sich zuvor der Herausforderung einer solchen Kombination von Ultra-Fahrradtour und extremem Höhenbergsteigen gestellt, der Schwede Göran Kropp.
Die Ultratour 2007 begann am 1. Februar in Augsburg. Innerhalb von nur 94 Radltagen und 532 Stunden im Sattel brachte das Team um denExtremalpinisten Christian Rottenegger die 9320 Kilometer bis nach Skarduhinter sich, dem Ausgangspunkt der Expedition. Auf demWeg dorthin durchquerten sie Österreich, Italien, Griechenland, die Türkei, den Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Kirgisien und die chinesische Provinz Xinjiang. Ihr besonderer Erfolg auf der Mammut-Radtour: Sie erhielten nach monatelangem, bürokratischem Kampf die Genehmigung, den 4700Meterhohen Khunjerab-Pass per Rad zu befahren. Sie waren damit die ersten Radler, die diesen Grenzpass zwischen China und Pakistan aus eigenerKraft überwinden konnten. Danach erwartete sie die Strecke über denberüchtigten Karakorum Highway – er gilt vor allem wegen der risikobereiten pakistanischen Lkw-Fahrer und der schmalen, schlechten Straßenentlang steiler, extrem tiefer Abgründe als sehr gefährlich. In Skardustartete die Mannschaft anschließend zum zweiten, deutlic gefährlicheren Teil der Ultratour, sie machten sich auf denWeg zum Gasherbrum II. Christian Rottenegger und Andreas Seiler fühlten sich fit; die Zeichen standen gut – bisdasWetter umschlug. Wochenlang machten instabile Verhältnisse undUnmengen von Neuschnee das Klettern an dem Achttausender zumunkalkulierbaren Risiko. Die Bergsteiger begaben sich mit jedem Vorstoß ingrößte Lebensgefahr. Rottenegger erreichte zusammenmit Helmut Hackl dennoch den Grat 300Meter unterhalb des Gipfels. Dann zwang sie ein erneut einsetzender Schneesturm zum Rückzug. Nur eineWoche später, am 24. Juli, endete der zweite Gipfelversuchmit einem tragischen Lawinenunglück, bei dem vier Deutsche eines anderen Expeditionsteams verschüttet wurden. DieBergung der Verletzten ging vor! Zwei der Verunglückten konnte dieMannschaft jedoch trotz aller Bemühungen nicht mehr retten. Die Erlebnisse der Ultratour hat Rottenegger in seinem Tagebuch festgehalten:
Visa und Ersatzteile in Istanbul
Donnerstag. 1 März 2007, 19:49 Uhr Seit Dienstag (27.Februar) befinden wir uns in Istanbul, unserem erstem Etappenziel nach 2495 Kilometern. Unser Material zeigt schon jetzt erschreckendVisa und Ersatzteile in Istanbul Donnerstag, 1. März 2007, 19:49 Uhr Seit Dienstag (27. Februar) befinden wir uns in Istanbul, unserem erstenEtappenzie viele Schwächen: Viktors hintere Felge ist gebrochen, Christians Tretlager defekt. Und heute mussten wir bei einer Generalinspektion unserer Drahtesel zudem feststellen, dass Andis Radlager Spiel haben und sicher nicht mehr bis Pakistan durchhalten werden. Da uns das Spezialwerkzeug zur Montage eines neuen Tretlagers fehlt, ging Christians Fahrradrahmen mit Viktor nach Deutschland zur Reparatur. Bis zu Viktors Rückkehr am 6. März werden wir unser gesamtes Equipment - von der Radlhose bis zum Schutzblech - waschen, unsereKraftreserven aufstocken, viel essen und uns vielleicht sogar imtürkischen Dampfbad auf die bevorstehende Kälte im Hochland Anatoliens vorbereiten. Schneechaos: Zwangspause in Yozgat
Donnerstag, 15. März 2007, 14:55 Uhr Seit drei Tagen sitzen wir in Yozgat fest. Die Temperaturen sind am Dienstag Nachmittag schlagartig unter den Gefrierpunkt gefallen. Starker,anhaltender Schneefall hat die Straßen innerhalb weniger Stunden für uns unbefahrbar gemacht. PKWs und LKWs kommen nur noch mit Schneekettenvoran. Jetzt heißt es: abwarten und Tee trinken.
Auf der legendären Seidenstraße
Montag, 2. April 2007, 12:52 Uhr Wir schreiben das Jahr 1386 und feiern heute mit dem Nature Day Neujahr - im Iran ist vielesungewohnt für uns. Seit fünf Tagen folgen wir dem persischen Teil derSeidenstraße: vom Grenzort Bazargan über Maku, Qara Ziya Eddin undMarand nach Tabriz; durch karge, pastellfarbene Berglandschaften, vorbei an riesigen, roten Felswäden, mit Steppengras bedeckten Ebenen vor hohen, schneebedeckten Gipfeln und sogar an einigen Obstplantagen.
Hitze im Nordosten des Iran
Samstag, 21. April 2007, 18:31 Uhr Nach Gewittern und strömendem Regen in den wilden, üppigen Laubwäldern Golestans lähmt uns ab Ashkhaneh die Hitze - ein kleiner Vorgeschmack auf die Verhältnisse, die uns in wenigen Tagen in derKarakum-Wüste erwarten. Dort sagen die Meteorologen schon jetzt bis zu 35 Grad Celsius voraus. Wir freuen uns darauf, ab Turkmenistan zumindestunsere langen Radlhosen verpacken und auf kurze umsteigen zukönnen.
Mashhad: Erfolge und Misserfolge
Dienstag, 24. April 2007, 10:43 Uhr Nichts klappt wirklich reibungslos hier an der Grenze zwischen VorderundZentralasien - vor allem, wenn es um Visa oder ähnlich bürokratische Angelegenheiten geht. In Tabriz und Sari hatten wir bereits vergeblich bei der Polizei um Verlängerung unserer Iran-Visa ersucht. Zwei Tage vor Ablauf unserer Aufenthaltserlaubnis sieht das Staatsorgan in Masshad nunendlich einen ausreichenden Grund für die zusätzlichen Tage. Eine große,rosafarbene Mappe, gefüllt mit Formularen in persischer SchriftEinzahlungsbelegen und retuschierten Passbildern, Fingerabdrücke undStunden der Diskussion sind nötig, um bei dem zuständigen Polizisten Gehör zu finden. Schwieriger fällt uns noch, ihm die Zusage einer ausreichendenVerlängerung bei einer Bearbeitungszeit von zwei statt siebenTagen abzuringen und bei all dieser vom Menschen forciertenUmständlichkeit noch freundliche Miene zu bewahren … Ersatzteile für Christians klapperndes Rad bekommen wir in Mashhad ebenfalls nicht. Wir lassen es darauf ankommen und hoffen, dass unser Equipment die letzten 2.400 Kilometer noch durchhält.
Quälende Hitze in der Karakum-Wüste
Sonntag, 6. Mai 2007, 16:36 Uhr Stickige Luft lässt uns nicht schlafen - die Wüste Turkmenistans kühlt selbst in der Nacht nur minimal ab Mückenschwärme zwingen uns in die Zelte, in denen wir kaum atmen können. Am Morgen brechen wir bei Sonnenaufgang auf und bringen das Gros der Tageskilometer möglichstschnell hinter uns, um der sengenden Mittagssonne zu entgehen. Dabei durchqueren wir die Karakum im Frühling. 
Die wenigen Wüstenbewohnererzählen, in wenigen Wochen werde es deutlich heißer und trockener, kein einziger Ast sei dann noch grün. Usbekistan: Gegenwind und kaputte Straßen Mittwoch, 9. Mai 2007, 7:25 Uhr Wir können keine fünf Minuten fahren, ohne dabei tiefen Kratern in der maroden Asphaltstraße auszuweichen. Zu oft gelingt es uns trotz des Slaloms nicht: Die Räder krachenin das Schlagloch. Wieder ein Stoß, den wir unseren Felgen und Handgelenkengerne erspart hätten: Viktors hintere Felge, in Istanbul erneuert, zeigt bereits wieder fünf Risse. Außerdem müssen wir diverse gebrochene Speichen austauschen. Der Gegenwind, der uns seit über 1300 Kilometern verfolgt, bremst uns auf ein den Straßen angepasstes Tempo ab. Trotzdem kommen wir schneller voran als geplant. Nach einigen hundert Kilometern durch Getreidefelder, Aprikosen- und Maulbeerplantagen erreichen wir schon am 8. Mai die nächste bedeutende Station auf der Seidenstraße, Samarkand. 7093 Kilometer liegen hinter uns, und mittlerweile sind sie uns deutlich anzusehen:knochiger, leichter. Essen wird zunehmend zum Problem: Neben Hammelfett haben wir wenig Auswahl; pure Kartoffeln helfen bei Durchfall.
Unser Material kommt an seine Grenzen
Sonntag, 13. Mai 2007, 17:26 Uhr Wieder bricht eine hintere Felge: 100 Kilometer vor Tashkent entdeckt Andi den irreparablen Riss an der Wange seines Hinterrads. Ein passendes Ersatzteil bekommen wir weder in Usbekistan noch in Kirgisien, China oder Pakistan. Zum Glück überlässt uns Viktor, der sein Ziel in Tashkent erreicht hat, seine ebenfalls rissige Felge. Wir können nur hoffen, dass sie auf den letzten 1.400 Kilometern bis Skardu (Pakistan) nicht auch noch bricht; uns bleibt keine andere Wahl. Mittlerweile haben wir den Schaden an Christians Rad geortet: Das Lager seines rechten Pedals frisst. Billiger Ersatz aus China ist bereits organisiert.
Khunjrab-Pass und Karakorum Highway der Höhepunkt!
Sonntag, 10. Juni 2007, 16:54 Uhr Eine große militärische Festung, unzählige überaus strenge Soldaten als lebende Schranken: Die Chinesenhaben den Khunjerab-Pass für Fahrradfahrer gesperrt. Durch ihreBarrieren ist kein Durchkommen - außer im Bus oder Jeep. Für uns ein Tabu! Schon viele Monate vor dem Tourstart im Februar haben wir uns deshalb umeine Sondergenehmigung bemüht und mehrere Dutzend Mails an chinesische Agenturen verschickt. Alles zunächst ohne Erfolg. Ein offizielles Permit gebe es nicht. Vor wenigen Wochen nun bekamen wir dann wider Erwarten doch noch das Okay von einer Agentur in Kashgar. Kein Permit, aber Geld öffnet uns schließlich nach langen Verhandlungen die Schranken 130 Kilometer vor der Passhöhe und pakistanischen Grenze. Ein „Supervisor“, ein Guide und ein Fahrer weisen uns per Jeep den Weg durch das weitläufige Flusstal, in dem es ohnehin nur eine einzige, dafür aber umso größere Asphaltstraße gibt. Am höchsten Punkt zeigt unser Höhenmesser 4713 Meter. Vor uns liegt derberüchtigte, in steile Felswände gesprengte Karakorum Highway.
Skardu: Wir packen zum letzten Mal die Räder ab
Montag, 11. Juni 2007, 12:42 Uhr Am 10. Juni, um 12:20 Uhr pakistanischer Zeit erreichen wir den Ausgangspunkt für die Expedition zum Gasherbrum II: Skardu, eine kleine, schmutzigeStadt im zentralen Karakorum. Nach 9320 Kilometern,94 Radltagen und 532 Stunden reiner Fahrzeit steigen wir drei mit müden Beinen endgültig von unseren mitgenommenen Rädern. Wir schließen damit den ersten Teil der Ultratour 2007 erfolgreich ab.
Die Eishölle liegt direkt über uns
Dienstag, 26. Juni 2007, 16:23 UhrSobald wir den Baltoro-Gletscher im Herzen des Karakorumsbetreten, wird die Umgebung schlagartigrau und kalt. Fels und Eis, soweit das Auge reicht.Die Oasen mit grünem Gras, Edelweiß und Primelnwerden rarer, die Berge rundum immer gewaltiger.Am Concordia-Platz blicken wir bei strahlendemSonnenschein auf den 8611 Meter hohen K2 undden von Sturmwolken überwölbten Gipfel desBroad Peak. Als wir die Schottermoräne unterhalbdes bedrohlich zerklüfteten Gasherbrum-Eisbruchserreichen, haben schon acht Expeditionen vor unshier ihr Basislager aufgeschlagen: Bunte Zelte besetzenalle weitläufigen Lagerplätze in der Nähe dereinen roten Fahne, die den Einstieg in das gigantischeMeer schmutzig weißer Eistürme markiert.Wir finden einen ebenso kleinen wie steilen Hang,auf dem unsere elf Zelte gerade eben unterkommen.Einen ganzen Nachmittag lang schaufeln wir Steine,um ebene Terrassen anzulegen.
Das erste Hochlager steht
Samstag, 30. Juni 2007, 16:32 UhrUm 2 Uhr morgens starten Christian, Helmut, Sorinund Alexander mit rund 14 Kilogramm schwerenRucksäcken. Sie bringen vier Zelte, Gasflaschen, Kocher,Töpfe, Proviant, Isomatten, Eispickel undSchlafsäcke nach oben und richten Lager 1 auf etwa6000 Metern Höhe ein. Die Route führt sie übereinen kürzlich eingestürzten Eisturm und gewaltigeSpalten von mehreren Metern Breite. Die schwarzenLöcher wirken unheimlich, einige der Schnee Schneebrückenäußerst labil.
Neuschnee begräbt die bereits verlegten Fixseile
Freitag, 6. Juli 2007, 17:33 UhrDas Wetter schlägt - wie so oft an den Achttausenderndieser Welt - wilde Kapriolen: Auf strahlendenSonnenschein und euphorische Zeitpläne von Helmutund Christian folgen Schneegestöber und Frust.Innerhalb von zwei Tagen legt sich mehr als einMeter Pulverschnee über die Zelte und die bereitsbis zum zweiten Hochlager angebrachten Fixseile. Erst am Mittwoch scheinen dem Team die Verhältnisseam Gasherbrum II wieder passabel. Christian,Helmut, Alexander, Tassilo und Jeff steigen auf undübernachten im Hochlager 1, um am nächsten Tagdie Arbeit der Sherpa anderer Expeditionen fortzusetzen:Sie graben die Fixseile bis zu einer Höhe von 6300 Metern aus. Dann müssen sie abbrechen. Die Neuschneeschicht liegt noch immer ohne sichere Unterlage und kann jeden Moment abrutschen. Die Gefahr ist einfach zu groß. Zu allem Überflussschlägt das Wetter erneut um, wieder fallen Schneeflocken,wieder zieht der Himmel bedrohlich zu.Ein trauriges Ereignis überschattet die schwere Arbeitam Berg: Eine österreichische Bergsteigerin derNachbarexpedition starb in ihrem Basislagerzelt -vermutlich an einem Gehirnödem.
Gefangen auf 6500 Metern
Sonntag, 8. Juli 2007, 11:31 Uhr Zunächst sah es gut aus. Am Samstag war nur wenig Neuschnee gefallen, die Lawinengefahr zwischenerstem und zweitem Hochlager hatte sich gelegt,und die Meteorologen sagten ein Schönwetterfenstervon Montag bis Donnerstag voraus. Der Plan fürden Gipfelsturm stand fest: Christian und Jeff solltenals Vorhut am Sonntag, das Trio Helmut, Alexanderund Tassilo am Dienstag Richtung Gipfel starten.Andi stieg noch am Samstag mit einem Iren undeinem Schweden, Mitgliedern anderer Expeditionen,zum zweiten Hochlager (ca. 6500 Meter) auf,um sich dort zu akklimatisieren.Nun hat sich das Blatt gewendet! In der Nacht aufSonntag fielen 40 Zentimeter Neuschnee. Wieder ist die mühsam gelegte Spur verschwunden, eine dickeSchneeschicht verdeckt die gelegten Fixseile. Undwieder herrscht höchste Lawinengefahr. Seit Stundenwarten die Kameraden im Basislager, dass Andivom zweiten Hochlager zurückkehrt. Bisher vergeblich.Nach einer durchschneiten Nacht voneinem solchen Hochlager abzusteigen, bedarf nichtnur Überwindung, sondern auch Mut und Risikobereitschaft. 
Oft bleiben die Bergsteiger lieber oben,obwohl sie die lange Zeit auf der Höhe zusätzlich schwächt. Das Team im Basislager hat unterdessen den Gipfeltagwieder von Mittwoch beziehungsweise Donnerstagauf unbestimmte Zeit verschoben. Warten! Darauf, dass kein neuer Schnee mehr vom Himmel kommt und der bereits gefallene Schnee sich setzt.
300 Meter vor dem Gipfel vom Schneesturmgestoppt
Samstag, 14. Juli 2007, 16:32 UhrChristian, Helmut und einige Mitglieder derSchweizer Expedition mussten bei ihrem gestrigen Gipfelversuch auf einer Höhe von 7700 Metern umkehren.Der eiskalte Sturm, einsetzender Schneefallund zunehmend schlechte Sicht machten den weiterenAufstieg zum unkalkulierbaren Risiko undzwangen die Bergsteiger zum Rückzug. „Nur dreiStunden hätte das Wetter länger halten müssen, undwir wären am Gipfel gewesen“, erzählt Christianheute eine Stunde nach seiner Rückkehr im Basislager. „Für die Verhältnissesind wir sehr weit gekommen.“ Die übrige Mannschaft war wegender unsicheren Wetterlage schon am Freitag vom dritten Lager abgestiegen. Andi, der anhaltenden Strapazen müde, fasst seine Stimmung so zusammen:„Nach sechs Monaten ununterbrochener Aktion ist es nungenug.“Momentan fallen noch immer dicke Flocken aus dunklen Wolken, eine Schneeschicht hat sich bereits wieder über Spur, Fixseile und Zelte gelegt.Ob das dreitägige Schönwetterfenster, das Meteorologe Dr. Gabl für kommendeWoche vorhersagt, unter diesen Umständen für einen weiterenGipfelversuch ausreicht, hängt davon ab, wie sich die Lawinengefahr inden nächsten Tagen entwickelt.
Zweiter und letzter Gipfelversuch
Mittwoch, 18. Juli 2007, 15:52 UhrSeit Dienstag steigt die Mannschaft wieder in Richtung Gipfel auf – allerdingsohne Christian. Nach vier Monaten auf dem Rad und einem Gipfelversuch,bei dem der Abstieg wegen eines Schneesturms zumlebensgefährlichen Abenteuer wurde, hat Christian den Kopf nicht mehrfrei für einen weiteren Anlauf.Die anderen wollen die Spitze des Gasherbrum II am Donnerstag erreichen.Dieses Mal scheint es der Wettergott gut mit ihnen zu meinen. Der Sonnenschein soll noch bis Samstag anhalten – lang genug also. Die Chancenstehen gut!
Lawine reißt Deutschen in den Tod
Donnerstag, 19. Juli 2007, 11:42 UhrGestern ereignete sich am Gasherbrum II oberhalb des zweiten Hochlagersein erschütternder Unfall: Eine Lawine erfasste das Team der deutschenAmical-Expedition und begrub vier Bergsteiger unter ihren Schneemassen.Laut Amical konnten Teilnehmer anderer Expeditionen zwei der Verunglücktenbergen.Die Truppe von Amical wollte wie Helmut, Alexander, Tassilo, Jeff undAndi das viertägige Schönwetterfenster nutzen, obwohl am Wochenendeerneut ein Meter Neuschnee gefallen war. Wenn unsere Leute ihren Zeitplaneingehalten haben, befanden sie sich am Mittwoch ebenfalls auf demWeg vom Lager II zum Lager III. Uns liegen derzeit noch keine Informationendarüber vor, inwieweit sie an der Rettungsaktion beteiligt waren und wo sie sich derzeit aufhalten.
Rettungsaktion: Ultratour-Team bricht Expedition ab
Dienstag, 24. Juli 2007, 11:06 UhrDie Mannschaft hat mittlerweile Skardu erreicht. Zurück in der Zivilisation,erschüttert, frustriert und unendlich müde! Zwei Tage lang habensie auf über 6000 Metern Höhe bis zur Erschöpfung gearbeitet, um die amletzten Mittwoch verschütteten Mitglieder der Amical-Expedition aus dentödlichen Schneemassen zu befreien, den schwer verletzten Japaner Hirozu versorgen und die Verunglückten vom zweiten hinunter ins ersteHochlager zu bringen. Als Hiro von dort am Donnerstag per Hubschrauberausgeflogen werden konnte, fehlte ihnen schließlich nicht nur die Zeit füreinen Gipfelversuch: Sie waren zu ausgepowert, von den Ereignissen zuschwer getroffen, um noch ein weiteres Mal in Richtung Todeszone aufzusteigen.Am Freitag, drei Tage früher als geplant, brachen sie ihre Zelte im Basislagerab und ließen den Gasherbrum II hinter sich - den Achttausender,der sie dieses Jahr nicht auf seinem Gipfel haben wollte.
Text und Fotos: Annette Knifflerund Christian Rottenegger
|